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Cannabis in der Medizin: Chancen und Alternativen

Medizinisches Cannabis – Ein Überblick
Chancen und Alternativen Cannabis

Medizinisches Cannabis – Ein Überblick

Wie wirkt Cannabis im menschlichen Körper?
Cannabis entfaltet seine medizinische Wirkung über das Endocannabinoid-System, ein Teil des Nervensystems, das für die Regulation von Schmerz, Schlaf, Appetit und Stimmung verantwortlich ist. Die beiden Hauptwirkstoffe, THC (Tetrahydrocannabinol) und CBD (Cannabidiol), interagieren mit den Rezeptoren dieses Systems:

  • THC wirkt psychoaktiv und hat schmerzlindernde sowie appetitanregende Eigenschaften.
  • CBD ist nicht psychoaktiv, wirkt entzündungshemmend und beruhigend.

Wofür wird medizinisches Cannabis eingesetzt?
Medizinisches Cannabis wird in Deutschland seit 2017 bei verschiedenen Erkrankungen eingesetzt, vor allem wenn herkömmliche Therapien keine ausreichende Wirkung zeigen. Zu den häufigsten Anwendungsgebieten zählen:

  • Chronische Schmerzen (z. B. durch Arthritis oder Nervenschäden).
  • Multiple Sklerose (MS): Linderung von Spastiken.
  • Krebserkrankungen: Unterstützung bei Übelkeit und Appetitlosigkeit während der Chemotherapie.
  • Epilepsie: Besonders bei schwer behandelbaren Formen wie dem Dravet-Syndrom.
  • Psychische Erkrankungen: Angststörungen und posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS).

Chancen und Vorteile von medizinischem Cannabis

Individuelle Therapien dank moderner Produkte
Heutzutage gibt es eine Vielzahl von medizinischen Cannabis-Produkten, die es ermöglichen, Therapien individuell anzupassen:

  • Blüten: Für die Inhalation oder Teezubereitung.
  • Extrakte: Tropfen oder Öle zur oralen Einnahme.
  • Fertigarzneimittel: Wie Sativex oder Epidyolex, die standardisierte Wirkstoffmengen enthalten.
  • Zahlen und Fakten zur Anwendung

Laut dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) wurden im Jahr 2023 über 80.000 Patienten in Deutschland mit medizinischem Cannabis behandelt. Etwa 70 % der Verschreibungen betrafen die Behandlung chronischer Schmerzen.


Alternativen zu medizinischem Cannabis

Konventionelle Therapien und Medikamente
Für viele Erkrankungen gibt es alternative Behandlungen, die je nach Patient wirksamer oder kostengünstiger sein können. Dazu gehören:

  • Schmerzmittel: Wie Paracetamol, Ibuprofen oder Opioide.
  • Antidepressiva: Zur Behandlung von Angst- und Stimmungserkrankungen.
  • Antikonvulsiva: Für Epilepsie oder neuropathische Schmerzen.

Natürliche Alternativen
Neben Cannabis gibt es weitere pflanzliche Wirkstoffe mit potenziellen medizinischen Anwendungen:

  • Kurkumin: Entzündungshemmend und schmerzlindernd.
  • Lavendelöl: Beruhigend bei Schlafstörungen und Angstzuständen.
  • Weidenrinde: Ein natürlicher Vorläufer von Aspirin, bekannt für schmerzlindernde Eigenschaften.

Therapien ohne Medikamente
Für viele Patienten können nicht-medikamentöse Ansätze eine Alternative oder Ergänzung sein:

  • Physiotherapie: Besonders hilfreich bei muskulären Problemen und Schmerzen.
  • Psychotherapie: Zur Behandlung von Depressionen, Angststörungen oder PTBS.
  • Akupunktur: Eine traditionelle Methode zur Schmerzbehandlung und Entspannung.

Herausforderungen bei der Verschreibung von Cannabis

Genehmigung durch die Krankenkassen
Trotz der medizinischen Vorteile ist der Zugang zu Cannabis auf Rezept oft mit bürokratischen Hürden verbunden. Laut GKV-Spitzenverband werden etwa 30 % der Anträge auf Kostenübernahme abgelehnt.

Nebenwirkungen und Risiken
Wie bei jedem Medikament gibt es auch bei Cannabis Nebenwirkungen, die berücksichtigt werden müssen. Dazu gehören:

  • Schwindel und Müdigkeit.
  • Konzentrationsprobleme.
  • Psychoaktive Effekte (bei THC).

Fazit – Cannabis als Teil einer umfassenden Therapie
Cannabis bietet vielversprechende Möglichkeiten in der Medizin, besonders bei chronischen und schwer behandelbaren Erkrankungen. Es ist jedoch wichtig, Cannabis nicht als Wundermittel zu betrachten, sondern es im Kontext einer umfassenden Therapie zu sehen, die auch alternative Behandlungsmöglichkeiten berücksichtigt.

Für Patienten, die Cannabis ausprobieren möchten, ist eine fundierte ärztliche Beratung unerlässlich.


Häufig gestellte Fragen zu Cannabis in der Medizin

Wird Cannabis von der Krankenkasse bezahlt?
Ja, in Deutschland übernehmen Krankenkassen die Kosten, wenn ein Arzt eine medizinische Notwendigkeit bescheinigt und alle anderen Behandlungsoptionen ausgeschöpft sind.

Kann jeder Arzt Cannabis verschreiben?
In der Regel können alle approbierten Ärzte (außer Zahnärzte und Tierärzte) Cannabis verschreiben. Allerdings ist es ratsam, einen Arzt mit Erfahrung in der Cannabismedizin aufzusuchen.

Welche Nebenwirkungen hat medizinisches Cannabis?
Zu den häufigsten Nebenwirkungen zählen Müdigkeit, Schwindel und Mundtrockenheit. Bei THC kann es außerdem zu psychoaktiven Effekten kommen.

Gibt es Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten?
Ja, Cannabis kann mit anderen Medikamenten wie Blutverdünnern oder Antidepressiva interagieren. Daher ist eine ärztliche Absprache wichtig.

Ist CBD ohne Rezept erhältlich?
Ja, CBD-Produkte mit einem THC-Gehalt von weniger als 0,2 % sind in Deutschland legal und ohne Rezept erhältlich.

Kann ich nach der Einnahme von medizinischem Cannabis Auto fahren?
Das hängt von der Dosis und dem THC-Gehalt ab. THC-haltige Produkte können die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen, weshalb Vorsicht geboten ist.